
FRAGILE UTOPIEN – VOM MENSCHSEIN | Vernissage
Today, 18:00 - Sat 31.10. 00:00
FRAGILE UTOPIEN – vom Menschsein
versammelt sieben künstlerische Positionen, die den Menschen nicht als feststehende Größe begreifen. Die Arbeiten setzen beim Körper an, bei Trauer und Erinnerung, bei Nähe und Begehren, bei gesellschaftlichen Rollen und Ritualen, bei unserem Vertrauen in Bilder, Technik und Fortschritt und bei der Frage, was bleibt, wenn Gewissheiten brüchig werden.
Zu sehen sind Malerei, Zeichnung, übermalte Fotografie, Skulptur, Videoinstallation, Performance und kinetische Objekte.
Große Gegenentwürfe zur Gegenwart sucht man hier nicht. Die Utopien dieser Ausstellung sind kleiner, persönlicher und konkreter. Sie entstehen im Tun, im Wiederholen, Erinnern, Beobachten und Beharren.
Viele der beteiligten Künstlerinnen und Künstler arbeiten langsam und mit der Hand. Botond nähte seine Figuren Stück für Stück aus Folie zusammen. Marion Anna Simon malte und zeichnete elf Monate lang nahezu täglich ein Selbstporträt. Marita Bullmann entwickelt ihre Arbeit erst im Raum und durch die Handlung ihres Körpers. Frank Homeyer greift in Fotografien ein und verändert sie Schicht für Schicht.
In einer Gegenwart, die von technischer Beschleunigung, politischen Umbrüchen und permanent verfügbaren Bildern geprägt ist, bekommt diese Langsamkeit eine eigene Qualität.
Die Ausstellung entwirft dabei kein harmonisches Bild vom Menschen. Im Gegenteil. Körper erscheinen offen und durchlässig, Erinnerungen werden neu geschrieben, religiöse und kulturelle Bilder verschieben ihre Bedeutung, Maschinen versprechen Fortschritt und geben zugleich Rätsel auf.
Was entsteht, ist keine Utopie als fertiger Entwurf, sondern die Frage, woran wir festhalten, wenn nichts endgültig sicher ist.