Münchner Kammerspiele

Münchner Kammerspiele

Maximilianstraße 26, 80539 München, DE

Events

  • Danton
    Danton
    Mon 21.09. 17:00 - Tue 22.09. 04:00
    I’m planning to dance to your revolution 1926 eröffnete Otto Falckenberg mit „Dantons Tod“ von Georg Büchner die Münchner Kammerspiele in der Maximilianstraße. 100 Jahre später findet sich das Theaterkollektiv Post Paradies anlässlich des Jubiläums mit dem inklusiven Ensemble des Theaters zusammen und nimmt sich den Stoff über die Revolution und ihr Scheitern vor. Gemeinsam wagen sie das Experiment der Co-Autor*innenschaft und blicken auf drei Kipppunkte, auf die 5 vor 12-Momente einer europäischen und vor allem deutschen Geschichte bis zur Jetztzeit. Wie entkommen wir in Krisenzeiten der Erstarrung und kommen wieder in ein Handeln, während Hardliner allerorts auf dem Vormarsch sind? Ist Revolution ohne Gewalt möglich, und wie viel Differenziertheit verträgt der Wille zur Veränderung der Verhältnisse? „Danton“ ist keine Jubiläumsfeier, es ist eine musikalische Achterbahnfahrt gegen die politische Resignation, setzt spielerisch die Befragung der Leerstellen in der Geschichte der Münchner Kammerspiele fort und testet alternative Umsturzmöglichkeiten. Die Theatergruppe Post Paradies gründete sich nach der gemeinsamen Arbeit am Theaterhaus Jena. An der viel beachteten Vorstellung „Die Hundekot-Attacke“ (eingeladen zum Theatertreffen 2024) von Wunderbaum war Post Paradies maßgeblich beteiligt. „Danton“ ist ihre erste Arbeit an den Münchner Kammerspielen. „ Die Statue der Freiheit ist noch nicht gegossen, der Ofen glüht, wir alle können uns noch die Finger daran verbrennen. “ – aus „Dantons Tod“
  • Mein kleines Prachttier
    Mein kleines Prachttier
    Fri 25.09. 18:00 - 19:10
    In the name of Love Wie kann Scham die Seite wechseln? Nach „Fräulein Else” setzt Leonie Böhm die Arbeit daran fort, in einen Dialog und ein anderes Miteinander abseits patriarchaler Gewaltstrukturen zu kommen. Ausgangspunkt ist der Roman von Lucas Rijneveld in dem der Tierarzt Kurt rückblickend schonungslos und selbstreflektiert an ein Mädchen schreibt, mit dem er Jahre zuvor eine missbräuchliche Beziehung eingegangen war. Diese Geschichte wandelt an den Grenzen des Sagbaren. Kurt, damals 49 Jahre alt, versteht es als Liebe, sie ist an der Grenze zum Erwachsenwerden. Der Text ist eine hoch ambivalente Innenschau in eine klaustrophobische Welt und er gibt gleichzeitig der Sehnsucht nach Worten in einer Welt der Sprachlosigkeit und Stille einen Raum. Die imaginierte Perspektive eines Mannes, der sich gnadenlos mit der eigenen Gewalt auseinandersetzt, wird zum Ausgangspunkt für eine spielerische Untersuchung von zwei Frauen: Sie versetzen sich in die Perspektive des Gewalttäters und versuchen so das unvorstellbare zu verstehen und sich somit auch davon zu befreien. Dabei geht es auch immer darum die Gewalt vor einer Öffentlichkeit besprechbar und sichtbar zu machen. Die Inszenierung geht den Fragen nach, wo Gewalt in einer vollkommen ungleichen und heimlichen Beziehung entsteht und wie wir den Diskurs um Gewalt an weiblichen Körpern mitgestalten und gemeinsam füreinander Verantwortung tragen können. Regisseurin Leonie Böhm, bekannt für ihre radikale Entkernung klassischer Werke, kehrt an die Münchner Kammerspiele zurück und nimmt diesmal einen zeitgenössischen Text als Ausgangspunkt. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich darauf, mit ihren Darsteller* innen einen intimen Raum auf der Bühne zu schaffen, um verschiedene Formen des Zusammenlebens auszuprobieren – radikal offen und verletzlich. „Das Spektakuläre an „Mein kleines Prachttier“ ist für mich, dass eine Autor*innenperson sich eine Täterperspektive imaginiert, die etwas leistet, was dazu beiträgt, dass die Themen die darin verhandelt werden, den Diskurs und das Nachdenken darüber verändern. Diese Täterperspektive zeigt sich aufs Äußerste, erklärt sich, stellt sich zur Disposition, versucht sich zu versprachlichen, versucht sich zu erkennen, versucht sich verletzlich zu machen. Sich zur Disposition stellen, sich in die Sichtbarkeit zerren mit allem Denken, Fühlen und Handeln – das ist der politische Akt, der in diesem Buch versucht wird und der einerseits fiktional ist und andererseits mein Denken real verändert.“ – Leonie Böhm
  • Das Ereignis
    Das Ereignis
    Fri 25.09. 18:00 - 19:15
    Ich möchte, dass die Worte genauso hart sind wie das Leben Mit schonungsloser Offenheit erzählt die französische Schriftstellerin in „Das Ereignis“ von einem illegalen Schwangerschaftsabbruch als junge Literaturstudentin: „Das konnte ich erst mit einem großen zeitlichen Abstand schreiben. Mehr als dreißig Jahre. Ich wollte den Moment zurückholen, den Moment der Abtreibung, der grausam gewesen war. Die Heimlichkeit. Ich wollte mich in die Atmosphäre von damals zurückversetzen. Das Schlimme an der Abtreibung war die Umgebung, in der ich mich befand. Die Zeit, in der ich mich befand. Das ist es, was mich interessiert: Was machen die Umgebung und die Zeit, in der man lebt, mit einem Menschen.“ Aus zeitlicher Distanz erzählt, entsteht eine eindrückliche Nahaufnahme, die sprachmächtig die Ohnmachtserfahrung schildert. Und so das Schweigen und die Scham überwindet. Annie Ernaux, 2022 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, schreibt autobiografisch. Sie erzählt so aus ihrem Leben, dass ihre Erfahrungen alle angehen. In einer Sprache, die selbst zum Ereignis wird. Der Autor Necati Öziri („Vatermal“) gibt im Werkraum der Kammerspiele sein Regiedebüt.
  • Enjoy Schatz
    Enjoy Schatz
    Sat 26.09. 18:00 - 19:40
    Zwischen Künstlerin, Frau und Kunstfigur Es ist nicht leicht, als erfolgreiche Schriftstellerin ernst genommen zu werden. Vor allem, wenn man gerne trägt, was einem gefällt, lange Nägel hat und Glamour lebt. Man soll am besten bitte über das Frausein schreiben und sich dann brav anhören, dass man thematisch so begrenzt ist. Je weiblicher man aussieht, umso unwahrscheinlicher wirkt der schriftstellerische Erfolg. Ähnlich wie sexuelle Selbstbestimmung scheint man durch eine bestimmte Form von Weiblichkeit auch die künstlerische Legitimität aufzugeben. Erfolgreich im Beruf zu sein hilft beim Dating-Leben auch nicht: Zu viel Erfolg macht die Schriftstellerin als Frau verdächtig. Dabei sichert der Beruf nicht einmal so ab, dass man sich der Attraktion der wirtschaftlichen Abhängigkeit von einem Ehemann komplett entziehen könnte. „Enjoy Schatz“ verfolgt die Erschaffung der Schriftstellerin durch sich selbst über vier Jahreszeiten hinweg – von den Hormon-Höhen des Frühlings über die Sommerschwere, die Melancholie des Herbstes und die emotionale Kälte des Winters. Dabei ist von Anfang an nicht klar, wer Schöpferin und wer Geschöpf ist, welche Schriftstellerin hier zwischen Schmetterlingen im Bauch und Liebeskummer, Buchpremiere mit Austern und nächtlichem Busfahren hin- und herpendelt. Ist es möglich, sich künstlerisch und sexuell selbst zu erschaffen, zu anderen und sich selbst aufrichtig zu sagen: „Enjoy, Schatz!“? „Zukünftiger Liebhaberin, bitte diesen Text aufmerksam lesen! Das ist die Anleitung zum Glück mit der Schriftstellerin. Denn alles was hier steht, ist autobiografisch. Ist wahr, ist echt, ist real. Oder?“ – Jovana Reisinger, Schriftstellerin
  • War was? 70 Jahre Münchner Lach- und Schießgesellschaft
    War was? 70 Jahre Münchner Lach- und Schießgesellschaft
    Tue 27.10. 18:30 - Wed 28.10. 04:00
    70 Jahre politisches Kabarett. Manchmal auch selbst Tragödie. Gern Komödie. Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft feiert sieben Jahrzehnte politisches Kabarett und lädt zu einem bunten Abend voller Perlen, Punk und Problembeeren in Schauspielhaus. Seien Sie gespannt, finden wir raus , wer wir wieder sind. Und was wahr war und was wirklich sein wird. Genaue Infos folgen demnächst...
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